Willkommen in der Outstation

Das Kunst- und Klettercamp ist ab dem 01.10.2010 geschlossen

Hallo Freunde der Outstation !

Ziel war es, jungen Menschen die phantastische Welt des gegenseitigen freundschaftlichen Vertrauens näher zu bringen. Wir nannten das Projekt Outstation und haben hier, um Lebenswirklichkeiten jenseits der städtischen Bequemlichkeit zu vermitteln, über 10 Jahre mit Kunst, Musik und Klettersport erlebnisorientierte Jugendbetreuung angeboten. Die Möglichkeit, fernab der Zivilisation in einem kleinen Dorf im ländlichen Umfeld Berlins in einsamer Natur kreativ zu leben, wurde von vielen Freunden über all die Jahre sehr gerne angenommen.

Erlebnisferien für Gruppen mit kreativen Ideen, wie hier das Tandem-Kistenklettern.
Natur und Klettern in den Bäumen ergänzen einander, wenn nicht nur auf die Sicherheit der Teilnehmer, sondern auch auf den Schutz des Baumes geachtet wird.

Das englische Wort "Outstation" war für mich ein Begriff für Freiheit und Unabhängigkeit. Um dem von Geburt an in Berlin zugebrachten sklavenhaften Arbeitsleben zu entkommen, war es nun an der Zeit, diesen Wunsch auch in die Tat umzusetzen. Weil ein Haus in Brandenburg gerade mal soviel kostete wie eine kleine Einzimmerwohnung in der Stadt, entschied ich mich für diesen Sprung ins Ungewisse.

Das uralte Fachwerkhaus von 1801 musste gründlich aufgefrischt werden und das Dach wankte bereits. Auch der Ballsaal war schwer sanierungsbedürftig. Für diese verwahrloste, ehemalige Gaststätte mit eingeschlagenen Scheiben schien sich in der Gemeinde jahrelang niemand zu interessieren. Zum Unrat abladen war es aber gerade recht.

Nach einigen Wochen Überlegung und dem erfolgreichen Zusammentrommeln von Helfern stand die Entscheidung fest, wir ziehen aufs Dorf. Von Säuglingen, Jugendlichen, Müttern und Omas umringt begannen wir nun unser Werk.

Ein Haus mit seinen verschlungenen Katakomben, welches seit weit über 200 Jahren Geschichte atmet, über Generationen das Auskommen von Familien und Personal sicherte, Tod und Geburt beherbergte und sicherlich übermäßig viel Freud und Leid erlebte. Es ist schwer vorstellbar, was darin über die Jahrhunderte alles geschah, die Dorfchronik lässt nur Ansätze erahnen. Und dann kommen wir - unerschrockene Großstädter - machen Remmidemmi, Musik, turbulentes Leben und Trubel ziehen ein. Das Dorf duckt sich weg bis die gesamte Jugend dann doch mal vorstellig wurde. Jeder wusste es, es spukt im Haus. Mit Einbruch der Finsternis war es bisher keinem gelungen, dort auszuharren. Ich will mich ja nicht meiner Unerschrockenheit rühmen, aber etwas mulmig wurde mir schon nach den Geschichten, zumal ich des öfteren dort auch mal allein übernachtete.

Die unerklärlichen Ereignisse nahmen dann tatsächlich ihren Lauf. Zum Glück war ich nicht oft allein, die Geschehnisse kamen immer unvorbereitet, egal ob wir in einer Gruppe oder nur zu zweit waren. Es ist hier die falsche Stelle um über diese unheimlichen Momente im Detail zu berichten, der Geist schien uns jedenfalls leidlich zu mögen, machte uns aber unmissverständlich seine Anwesenheit klar. Daher ging ich nach Mitternacht tatsächlich angstlos durch die Gänge und Hallen um z.B. Feuerholz nachzulegen. Heute habe ich diese äußerst mysteriösen Begebenheiten als ungemein aufregende Erlebnisse in der Erinnerung.

Die zahlreich vorhandenen Fotos der Bauarbeiten erspare ich dem Betrachter. Alles wird immer viel teurer und anstrengender als man sich das vorgestellte. Die Planung ging dank vieler leidenschaftlicher Unterstützer nach gut drei Jahren auf, die Kletteranlage in den renovierten Räumen war benutzbar.

Presse und Medien machten zum Glück auf unser Konzept aufmerksam, somit kamen mehr und mehr Besucher und Sportler zur Kletterbühne und in den Hochseilgarten. Es waren eben doch ganz andere Familienurlaube, als wie die Leute sie bereits erlebt hatten. Die Gäste kehrten mit weiteren Freunden gerne zurück. Schulklassen und Zivigruppen frequentierten das Gebäude und beseelten die Idee weiter.

Der allergrößte Dank geht daher auch an alle Freunde, die mitgeholfen haben, die alten Gebäude wieder instandzusetzen. Ohne euch wäre die Outstation nie entstanden. Wir benötigten neben seelischer Unterstützung Fachkompetenzen in der Baulogistik, der Musik, Kunst und viele Kletterverrückte!


Dieses Video darf hier mit freundlicher Genehmigung der Ruppiner Medien gezeigt werden. Danke an das Team von RuppinTV. Falls ihr weitere Fragen zur Planung einer Kletteranlage habt oder mit uns in Berlin oder in den Bergen klettern möchtet, meldet euch.

In der Wintersaison unternehmen wir auf Gran Canaria viele Hochgebirgstouren über den Wolken, eine tolle Alternative zur Dunkelheit und Kälte Deutschlands.


Die Outstation war eine ohne staatliche Förderung, nur aus privaten Mitteln gegründete Initiative jenseits des vordergründigen Konsumdenkens, um konstruktive Perspektiven zum sozialen, verantwortungsvollen Verhalten Jugendlicher anzubieten und durch Erlebnis, Medien- und kunstpädagogische Erfahrungen die Sozialkompetenz und das Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen durch Vermittlung individueller als auch gruppenbezogener Lernprozesse zu stärken. Ausgleich und Ergänzung zu anderen Erziehungs- und Bildungsbereichen wie Elternhaus und Schule sind wichtige Elemente dieses Wirkens. 

Daseinsvorsorge:
Eine sinnvolle Jugendarbeit geht über die Gestaltung eines leicht konsumierbaren Freizeitangebots weit hinaus. Dieser Raum für Lernerfahrungen muss von erfahrenen Erwachsenen gut vorbereitet werden, denn das fördert die persönliche Entwicklung der Jugendlichen um sie an der Gestaltung einer humanen, gerechten zukünftigen Gesellschaft verantwortungsvoll mitwirken zu lassen.